Wenn PR und Marketing durch Social Media zum Virus werden

| 2. Dezember 2009 | Social Media & Kommunikation, Unternehmenskommunikation

Ein Glücksgefühl beschwingt, wer in einer Zeitung einen positiven Artikel über sich oder sein Unternehmen findet. Ein permanenter Adrenalinrausch hingegen erlebt, wer erfolgreich PR, Marketing und Online-Kommunikation im Social Web betreibt. Von 50 Follower auf 200 Follower, von 500 Fans auf 1000 Fans, von einer Besucherwelle zur nächsten… Was, wenn sich die Kommunikationsarbeit durch Social Media zu einer nachhaltigen „Erfolgsdroge“ entwickelt?

Ein Beitrag in einer Zeitung oder einem Fachmagazin, ein Bericht im Radio oder TV, das sind Erfolgsmomente in denen man sich freut und weiss, dass der Beitrag wohl gerade zahlreiche Leser, Hörer oder Zuschauer erreicht hat. Doch die wenigen Sekunden im Radio oder Fernsehen sind (wenn es sie gibt) schnell vorbei. Und auch die begehrte Zeitungs- oder Magazinausgabe landet schon kurze Zeit später nur noch als eine weitere Referenz im Archiv. Bei den Lesern, Hörern oder Zuschauern ist dieser Spuk gar noch schneller vorbei – wenn überhaupt von ihnen wahrgenommen, dann meist gleich wieder vergessen.

Adrenalin-Junkies – oder einfach nachhaltige Kommunikatoren – erleben derzeit anderswo ein Hoch. Das Internet hat wieder einmal eine neue Kommunikationsdimension entwickelt und damit auch in Europa eine neue Welle der Euphorie angestossen.

Google AdWords LogoAls Google vor einigen Jahren das Werbenetzwerk Google AdWords und drei Jahre später Google AdSense einführte, wurde schon einmal eine ähnliche Welle in der Kommunikations- und Online-Branche ausgelöst. Mit dem AdSense-Programm erhielten Webseitenbetreiber und Blogger ab dem Jahr 2003 die Möglichkeit, mit Text-Anzeigen Einnahmen zu generieren. Respektive die Werbungtreibenden mit AdWords-Kampagnen, zielgerichtet Kunden zu akquirieren. Schnell machte das Anzeigen-Netzwerk im Internet die Runde und wurde auf allen Internetseiten und Blogs eingesetzt – immer mit der Hoffnung, möglichst viele klickfreudige Besucher mögen damit die Kassen klingeln lassen. Dies löste unter den Webseitenbetreibern eine neue Euphorie – eine Art „Goldrausch“ – aus. Ein Verlangen, nicht nur die Besucherzahlen stetig zu steigern, sondern auch permanent die F5-Taste zu drücken, um die Statistik der Werbeeinnahmen zu aktualisieren.

Was bei manchen heute immer noch der Fall sein mag, ist mit der Etablierung des Anzeigen-Netzwerks aber heute kein Diskussionsthema mehr. AdSense-Anzeigen gehören heute praktisch auf jeder Internetseite zum Alltag und die Einnahmen daraus haben sich mit der Zeit eingependelt. Gleichwohl, wie Google AdWords mittlerweile in praktisch jedem Kommunikations-Mix der Werbungtreibenden einen festen Platz gefunden hat.

Stattdessen bewegt nun seit einiger Zeit eine andere Art der Euphorie die Online-Welt. Und wieder kann man kaum der Versuchung wiederstehen, permanent die Besucherzahlen zu steigern und die F5-Taste zu drücken.


Social Media, der neue Kommunikations-Virus


Wenn man mit Personen spricht, die aktiv im „Social Media“-Bereich tätig sind, merkt man das Feuer, wenn es um die neue Art der Kommunikation geht. Und dies hat seine Gründe. Ebenso wie die gleichen Personen permanent entweder auf Twitter, Facebook, Xing, ihrem Blog oder auf anderen Social-Websites und Netzwerken surfen.

Neue Content Marketing StrategieWie früher, als bei AdSense laufend die steigenden Einnahmen beobachtet wurden, werden heute auf Facebook die Anzahl Fans, auf Twitter die Anzahl Follower und Retweets, auf Xing die Kontakte, auf der Webseite und im Blog die Besucherzahlen, Kommentare, Anzahl Newsletter- und RSS-Feed-Abonnenten und in den Suchmaschinen die Suchresultate verfolgt. Videos, Artikel, Kommentare, Bilder und Präsentationen werden produziert, Wissen wird weitergegeben, gute Inhalte weiterempfohlen, Diskussionen angeregt und Dialoge geführt. Die Anzahl Fans und Follower wächst, die Besucherzahlen springen von einem Hype zum nächsten und wieder kommt man in den Zwang, die Bewegungen der Statistiken und wachsenden Zahlen rund um die Uhr zu beobachten. Wer im Social Web aktiv ist, erlebt diesbezüglich einen permanenten Adrenalinrausch, dessen Feuer sich denn auch oft in den Gesprächen rund um Kommunikationsthemen deutlich bemerkbar macht.

Im Social Web verschmelzen die Grenzen zwischen PR, Marketing und anderen Kommunikationsformen. Der Virus (oder die Erfolgsdroge) „Social Media“ greift dabei zusehends auf neue Personen und Branchen über. Zentrale Social Media Plattformen, Online Newsrooms und Soziale Netzwerke bündeln und verknüpfen grosse Teile der verschiedenen Kommunikationsinhalte. Es ist kaum mehr möglich, alle veröffentlichten Inhalte einzeln auf ihre Wirkung und Reichweite zu eruieren. Die verschiedenen Inhalte verschmelzen und werden damit zu einem Pool 24-Stunden verfügbarer, hochexplosiver Ressourcen. Oft genügt das Aufkommen eines Themas oder ein einzelner Besucher, der ein Foto, ein Video oder ein Textausschnitt daraus verlinkt oder verbreitet, und schon geraten die ganzen Inhalte erneut wieder in Bewegung. Wieder werden zur Verfügung stehende Artikel, Videos und andere Inhalte durch Dritte aufgegriffen, im Web verbreitet und wieder steigt die Anzahl Follower auf Twitter, die Anzahl Fans auf Facebook oder die Anzahl positiver Einträge in den Suchmaschinen. Und wieder werden neue Besucherwellen losgetreten. Kaum mehr zu eruieren, Was, Warum und Wo dieses Mal der Auslöser war.


Was, wenn diese Kommunikationsform die PR-Branche erfasst?


Kommen noch mehr Agenturen und Kommunikationsverantwortliche auf die Idee, ihre Inhalte wie Pressemitteilungen, Nachrichten, News, Fotos, Grafiken, Videos, Präsentationen, Studien, Interviews, ihre kreativen Ideen und teile ihres Fachwissen aus dem Schrank zu holen und einfach Online verfügbar zu machen, Diskussionen und Dialoge darüber anzustossen…, wie würde wohl diese Branche auf einer derartigen Adrenalinwelle aussehen?

Wie spannend würde es wohl in den Agenturen und bei den Kunden zu- und hergehen, wenn sie die Archive und Festplatten leeren und die Inhalte in Social Media Newsrooms, auf Sozialen Netzwerken und Portalen wie YouTube, Flickr, SlideShare & Co. zur Nutzung hochladen und bereitstellen würden? Wie würde es (wieder) Spass machen, offen, transparent, aktiv, dynamisch und ohne Scheu zu kommunizieren, Dialoge anzustossen und neue Zuhörer zu gewinnen? Neue Inhalte und Mehrwerte zu schaffen, welche unmittelbar sichtbare und nachhaltige Erfolge erzielen?

Wie viel Adrenalin würde wohl ausgestossen, wenn die Mitarbeiter, die PR-Agenturen und die Unternehmen am Bildschirm die wachsenden Zahlen der neuen Fans, Follower, Besucher, Abonnenten, Kunden, Partner, Multiplikatoren, Feedbacks, Produkt-Ideen, Blog-Beiträgen, Kommentaren, Rezensionen, Suchmaschinenergebnisse und medialen Beiträge sehen würden?

Spannende Sache… Man kann sich nur wünschen, dass möglichst viele weitere Agenturen und Unternehmen von diesem Kommunikations-Virus befallen werden.


Über mediaquell

mediaquell bietet mit den Corporate Quellen umfangreiche Online Newsrooms, Nachrichten- und Social Media Plattformen für Unternehmen und Agenturen, und ist in diesem Gebiet Vorreiter für effizientes Social Media Management und Nachrichtendistribution im World Wide Web. Feedback und neue Erkenntnisse laufen direkt in die Weiterentwicklung der Unternehmensplattformen ein und bieten damit den Kunden die bestmöglichen Online Kommunikationsinstrumente.

> Webseite > Online-Infos > Corporate Quellen (PDF) > Newsrooms (?) > Newsroom (Demo) > Kontakt


Autor: Stefan Hertach Bild: Intersection Consulting Abos: News-Feed | E-Mail | Kommentare | Tweet


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