Kommunikationstrends 2010: PR 2.0 & Social Media per Online Social Media Newsroom
| 10. Dezember 2009 | Social Media & Kommunikation, Studien & Info-Medien, Unternehmenskommunikation
Bei den PR-Agenturen und verantwortlichen Kommunikationsstellen zeichnet sich ein klarer Wandel ab. Klassische Vorgehensweisen werden zunehmend hinterfragt, der Medienwandel und das Internet als neue Herausforderungen erkannt. Aktuelle Studien zeigen bei PR-Agenturen, Pressestellen, Unternehmen und Multiplikatoren klar in Richtung Social Media, Online-PR (2.0) und Social Media Newsrooms.
Eine dieser Studien, die den Puls in der Unternehmenskommunikation fühlte, ist der PR-Trendmonitor von Faktenkontor und news aktuell. Für diese Studie wurden 1’359 Fach- und Führungskräfte aus PR-Agenturen und Pressestellen verschiedener Unternehmen befragt. Dabei kristallisiert sich heraus, dass sich immer mehr Kommunikationsverantwortliche über den aktuellen Wandel in der Kommunikationswelt Gedanken machen, aber sich auch aktiv auf die neuen Kommunikationsinstrumente, Abläufe und Herausforderungen vorbereiten.
Als die grössten Herausforderungen in der PR werden der „Bedeutungsverlust klassischer Medien“ wie Zeitungen, Zeitschriften, TV und Radio auf Platz 1, die „Informationsflut“ (2), das „Internet allgemein“ (3), „Schrumpfende Budgets“ (Platz 4) sowie die „PR-Erfolgskontrolle“ auf Platz 5 genannt.
Damit zeigt sich, dass u.a. die schrumpfenden Leserzahlen, die Einstellung zahlreicher Printtitel sowie das Auftreten neuer Multiplikatoren (Blogger, Fans etc.) und Kommunikationsformen und -kanälen (Social Media, Online Portale, Aggregatoren, Kurznachrichtendienste, RSS-Feeds etc.) nun auch merklich die PR-Branche treffen. So stehen heute nicht mehr nur die klassischen Journalisten und Medien im Fokus der Öffentlichkeitsarbeit, wenn es um die Nachrichtenverbreitung geht, sondern auch neue Zielgruppen, die sich im Internet effizient über neue Kommunikationsinstrumente erreichen lassen.
Auch die Informationsflut (Platz 2 der PR-Herausforderungen), wie sie z.B. in den Redaktionen heute zum Alltag gehören, wirkt sich auf die Arbeit und den Erfolge der Kommunikationsver-antwortlichen aus. Dies beschrieb kürzlich auch der frühere Ressortleiter und frühere leitende Redakteur von gq.com und vanityfair.de Bernhard Lermann sehr treffend in einem Interview:
„Ich bin der Meinung, dass die Pressemitteilung weiterhin wichtig ist. Aber sie nur ins Email-Postfach der Redakteure zu schicken, ist reine Verschwendung. Damit würde man sich auf einen Nachrichtenvertriebskanal verlassen, der heutzutage nicht mehr nur Filter, sondern ein winziges Nadelöhr ist. Abgesehen davon, dass die Redakteure wahnsinnig überlastet sind und nicht so viele Themen bearbeiten können, lesen die meisten ihre Emails gar nicht mehr, sondern räumen nur regelmäßig ihr Postfach auf.“
Dass die Kommunikationswege und Zielgruppen überdacht werden müssen, macht sich denn bei den PR-Agenturen und Pressestellen auch bemerkbar. Die Informationsflut bei den klassischen Multiplikatoren nimmt zu und die Akzeptanz von (unangeforderten) Pressemitteilungen per E-Mail stetig ab. So sind nicht nur neue Wege (Kanäle) gefragt, sondern auch messbare (Mehr-)Werte, welche das Budget für die klassischen und neuen Instrumente rechtfertigen können.
Social Media in der Public Relations
Viele Unternehmen – und zunehmend auch die Agenturen – merken, dass sie online im Internet zahlreiche Möglichkeiten haben, mit Journalisten aber auch mit neuen Multiplikatoren wie Blogger, Fans, Branchenkenner oder den eigentlichen Kunden in Kontakt zu treten. Die verfügbaren Kommunikationskanäle haben in grossem Ausmasse an Vielfalt zugenommen. So kommen heute nicht mehr nur über E-Mail-Verteiler neue Interessenten auf die bereitgestellten Informationen, sondern auch über Suchmaschinen, Google News, Twitter, Facebook, RSS-Feeds, News-Ticker, Xing und zahlreiche andere Kanäle. Immer mehr Unternehmen erkennen, dass es heute nicht mehr nur darum geht, eine einzelne Gattung von Multiplikatoren auf einem einzigen Kommunikationskanal zu bewirtschaften, sondern es stattdessen darum geht, viele unterschiedliche Zielgruppen auf vielen unterschiedlichen Kommunikationswegen mit ihren Informationen zu versorgen.
Bernhard Lermann dazu: „Nachrichten sollten auch direkt von den Unternehmen als RSS Feed angeboten werden und einfach von jedem per Twitter, Facebook etc. im Netz verteilt werden können. Das Einrichten eines „Social Media Newsroom“ wird mittlerweile von einigen Agenturen angeboten. Den zu pflegen, kann auch eine Aufgabe für die PR Agentur sein.“
Dass sich die Journalisten, Reporter, Blogger und Fans heute im Internet über die unterschiedlichsten Wege informieren, haben laut dem PR-Trendmonitor auch PR-Agenturen und Pressestellen erkannt. Viele der befragten Personen schnuppern denn auch schon persönlich im einen oder anderen sozialen Netzwerk wie z.B. Xing, Facebook, MySpace oder meinVZ, haben einen Twitter-, YouTube- oder Flickr-Account oder bookmarken ihre favorisierten Inhalte bei Mister Wong.
Die Mitarbeiter machen sich mit den Instrumenten, Plattformen und dem neuen Codex im Web 2.0 vertraut. Dies ist denn auch der erste Schritt, bevor all das Neue in den Kommunikationskonzepten für Kunden einfliessen kann. Zahlreiche befragte Personen sind demnach schon dabei, zu lernen, auszuprobieren und zuzuhören, wie es in der neuen Social Media- & PR 2.0-Welt zu- und hergeht.
Und ein weiterer Trend zeigen die Studien auf: Social Media, PR 2.0 und Online Social Media Newsrooms sind auch in Europa als Kommunikationsfaktoren angekommen.
Social Media Newsroom als zentrale Schnittstelle erkannt
Rund 75 % aller PR-Agenturen und Pressestellen beschäftigen sich bereits mit dem Thema Social Media Press Releases oder Social Media Newsrooms. Während diese Instrumente bei 24,6 % der befragten PR-Agenturen und bei 9,9 % der Pressestellen bereits heute zum Einsatz kommen, ist es bei weiteren 55,8 % der PR-Agenturen und 58,3 % der Pressestellen derzeit ein grosses Thema, mit dem sie sich aktuell beschäftigen oder sich ihren Angaben nach in Kürze beschäftigen werden.

Dies ist denn auch nicht verwunderlich, so führen doch alle Kommunikationskanäle in einem Online Social Media Newsroom zusammen (Social Media Relations). Der Social Media Newsroom eines Unternehmens ist damit die neue Kommunikationszentrale und Schnittstelle für die zahlreichen weiteren Aktivitäten, Inhalte und Präsenzen im Web. Die Bewirtschaftung des Social Media Newsrooms eines Unternehmens durch die Agentur oder die Pressestelle sichert damit auch eine Art „Informationshoheit“. Die Kommunikatoren können darüber den Grossteil der neuen Kommunikationskanäle (automatisch) bespielen und erreichen damit schnell und effizient eine Vielzahl von Empfänger und Multiplikatoren.
Unabhängiger von den klassischen Journalisten und Medien erschliessen sie damit neue Zielgruppen, erhalten neue Zugänge zu den Multiplikatoren, neue Aufgaben aber auch messbare Werte für die „PR-Erfolgskontrolle“.
Auch bei weiteren genannten Herausforderungen wie dem „Rechtfertigungsdruck gegenüber der Geschäftsleitung“ oder im Bereich des „Web-Monitoring“ geben Social Media Newsrooms den Agenturen und Pressestellen hilfreiche Lösungen an die Hand.
Technik soll kein Hindernis sein
20 % der befragten PR-Agenturen stufen für die Zukunft auch „Technische Kenntnisse“ als grosse Herausforderung ein. Die steigende Erfahrung im Web 2.0, sowie Spezialisten und externe Technologiepartner können in diesem Bereich jedoch problemlos weiterhelfen. Gerade, wenn es darum geht, die technischen Basisplattformen wie Social Media Newsrooms für Kunden aufzubauen, empfiehlt sich ein professioneller unabhängiger Technologiepartner.
Die Verbindung der verschiedenen Plattformen, Netzwerke und Inhalte eines Unternehmens in einem professionellen Online Newsroom benötigen technisches Know-how. Aber auch der Ausbau und die Pflege von Schnittstellen wie z.B. der Nachrichtenverbreitung per RSS, E-Mail, Mobile, Suchmaschinen, Google News, Blogs, Twitter oder Facebook etc. sind Herausforderungen, welche die technischen Partner übernehmen müssen. Nur wer über diese Plattformen und Anbindungen verfügt, kann die erstellten Inhalte wie Pressemitteilungen und Nachrichten erst effizient und wertschöpfend nutzen. Individuelle Partnerschaften sind damit auch in Zukunft wichtige Bausteine in einer immer komplexer und anspruchsvoller werdenden Kommunikationswelt.
Nun heisst es für die Kommunikationsverantwortlichen ihre Erfahrungen in den Unternehmen umzusetzen. Nur so können Kunden und Agenturen von den neuen Möglichkeiten profitieren und sich in den veränderten Märkten nachhaltig etablieren.
Über mediaquell
mediaquell bietet mit den Corporate Quellen umfangreiche Online Newsrooms, Nachrichten- und Social Media Plattformen für Unternehmen und Agenturen, und ist in diesem Gebiet Vorreiter für effizientes Social Media Management und Nachrichtendistribution im World Wide Web. Feedback und neue Erkenntnisse laufen direkt in die Weiterentwicklung der Unternehmensplattformen ein und bieten damit den Kunden die bestmöglichen Online Kommunikationsinstrumente.
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Autor: Stefan Hertach Abos: News-Feed | E-Mail | Kommentare | Tweet





























